Kinder lieben es, sich schmutzig zu machen. Matschküchlein, Fingerfarben, staubige Ecken – all das gehört zum Spaß dazu. Die besten "schmutzigen" Gute-Nacht-Geschichten greifen dies auf spielerische, imaginäre Weise auf. Sie handeln nicht davon, eklig zu sein. Sie handeln vom lustigen, geheimen Leben von Schmutz, Staub und Matsch. Eine Matschpfütze, die sich einen Freund wünscht, ein Staubwuschel, der schüchtern ist, ein Farbfleck, der groß träumt. Das sind lustige Gute-Nacht-Geschichten, die Schmutz in Magie verwandeln. Sie sind perfekt für ein Kichern vor dem Schlafengehen. Jede Geschichte hat eine alberne Wendung. Dann endet jede mit allem sauber, ruhig und bereit zum Schlafen. Lasst uns drei brandneue, originelle "schmutzige" Gute-Nacht-Geschichten erkunden. Sie sollen ein Lächeln hervorrufen, dann ein ruhiges Seufzen und schließlich eine friedliche Gute Nacht.
Geschichte Eins: Die Matschpfütze, die sauber sein wollte
In einem sonnigen Hinterhof gab es nach einem großen Regen eine perfekte Matschpfütze. Sein Name war Marvin. Marvin war herrlich. Er war braun und glänzend. Er war am besten zum Planschen geeignet. Aber Marvin hatte einen Traum. Er betrachtete den klaren, blauen Himmel, der sich in seinem Wasser spiegelte. Er wollte so sauber sein. Er wollte eine Regenpfütze sein, keine Matschpfütze. "Ich bin zu schmutzig", gurgelte Marvin traurig. "Ich bin nur... Matsch." Die Würmer und Käfer liebten Marvin. Sie fanden ihn perfekt. Aber Marvin wollte sich verändern. Eines Tages kam ein kleines Mädchen namens Lily nach draußen. Sie sah Marvin. Sie lächelte. Sie stieg direkt hinein! QUETSCH! SPLASH! Es war ein wunderbares, matschiges Planschen. Lily lachte. Sie machte Fußabdrücke. Sie rührte den Matsch auf. Marvin war schockiert! Das war nicht sauber! Das war mehr Matsch! Aber Lily hatte so viel Spaß. Sie tanzte in Marvin. Sie machte Handabdrücke auf dem Bürgersteig mit seinem Matsch. Sie malte eine matschige Sonne. Marvin war der Star der Show! Er war nicht nur eine Pfütze; er war Farbe! Er war Spaß! Als Lilys Mutter sie rief, sagte Lily: "Danke, Pfütze! Du bist der Beste!" Sie rannte hinein, um sich zu waschen. Marvin dachte darüber nach. Lily wollte nicht, dass er sauber war. Sie mochte ihn schmutzig. Er betrachtete die schönen braunen Fußabdrücke und Handabdrücke auf dem Bürgersteig. Sie waren Kunst. Seine Kunst. Die Sonne kam heraus. Langsam begann Marvin auszutrocknen. Der Schmutz setzte sich ab. Das Wasser verdunstete. Bald war er nur noch ein Fleck harter, trockener, rissiger Erde. Er war in gewisser Weise sauber. Aber er vermisste es, matschig zu sein. Die Wendung? Als es das nächste Mal regnete, kam Marvin zurück, größer und besser als je zuvor. Dieses Mal hieß er den Matsch willkommen. Er war eine Matschpfütze. Das war sein Job. Und es war ein großartiger Job. In dieser Nacht, als die Sterne aufgingen, tranken winzige Insekten von seinen Rändern. Er spiegelte das Mondlicht wider, nicht perfekt klar, aber mit einem warmen, braunen Glanz. Er war von innen sauber (es war schließlich nur Regenwasser) und von außen perfekt, wunderbar matschig. Er gurgelte ein glückliches, schläfriges Gurgeln und wartete auf den nächsten sonnigen Tag und das nächste Paar Stiefel, die zum Planschen bereit waren.
Geschichte Zwei: Das Staubwuschel unter dem Bett
Unter dem Bett eines kleinen Jungen lebte ein Staubwuschel namens Dustin. Dustin war nicht allein. Er bestand aus flauschigem, grauem Staub, einem Glitzer und einem einzelnen, blauen Faden. Er war sehr schüchtern. Er hasste es, wenn der Staubsauger kam. Sein Brüllen war furchterregend! VROOOOM! Dustins Traum war es, nützlich zu sein. Die Socke unter dem Bett war nützlich – sie wartete darauf, gefunden zu werden. Das verlorene Spielzeugauto war nützlich – es machte Spaß. Dustin war nur... Staub. Eines Nachts rollte eine winzige, glänzende Murmel unter das Bett. Sie war verloren gegangen. Der kleine Junge, Sam, suchte danach. Er benutzte eine Taschenlampe. Das Licht huschte unter dem Bett hindurch. Dustin zitterte. Er würde gleich gesehen werden! Das Licht ging über ihn hinweg. Sam schnappte ihn sich nicht. Er schnappte sich die Murmel. "Gefunden!" Aber als Sam seine Hand zurückzog, blieb sein Pyjamaärmel an einer losen Bettfeder hängen. Riiip. Ein winziges Loch erschien im Ärmel. Sam bemerkte es nicht. Er ging schlafen. Ein kalter Luftzug kam durch das Fenster. Er wehte direkt durch das winzige Loch in Sams Ärmel. Sam zitterte im Schlaf. Dustin sah das. Der Luftzug blies ihn sanft über den Boden. Er hatte eine Idee. Er rollte sich fest zusammen. Er hüpfte einmal, zweimal und landete direkt auf dem kleinen Loch in Sams Ärmel. Er blieb dort, ein flauschiger, grauer Fleck. Der Luftzug hörte auf! Sam hörte auf zu zittern und seufzte glücklich in seinem Schlaf. Dustin hatte es geschafft! Er war nützlich! Er war ein Zugluftstopper! Er verbrachte die ganze Nacht damit, Sams Arm warm zu halten. Am Morgen sah Sams Mutter das Staubwuschel auf seinem Ärmel. "Oh, Sam, du hast da einen kleinen Freund", sagte sie lächelnd. Sie nahm Dustin sanft ab und warf ihn in den Müll. Aber sie hat ihn nicht gesaugt! Sie ließ ihn einfach sein. Die Wendung? Dustin war glücklich. Er war eine Nacht lang ein Held gewesen. Er machte sich nichts aus der Mülltonne. Es war ruhig und dunkel. Und manchmal fiel ein bisschen Staub von einem Keks hinein und hielt ihm Gesellschaft. Er war nicht mehr nur ein Staubwuschel. Er war Dustin, der Zugluftstopper. Ein Held der Nacht. Er schloss seine nicht vorhandenen Augen und ruhte sich aus, stolz und zufrieden.
Geschichte Drei: Das neue Zuhause des Farbflecks
An der Wand des Kunstraums befand sich ein kleiner, grüner Farbfleck. Ihr Name war Vera. Sie war ein Unfall. Sie war während eines sehr aufgeregten Malens eines Frosches von einem Pinsel geflogen. Vera mochte die Wand, aber sie fühlte sich einsam. Sie war nur ein grüner Klecks. Sie beobachtete die Gemälde. Das große Papier auf den Staffeleien wurde zu wunderschönen Bildern. Sie durften nach Hause gehen. Vera hing an der Wand fest. Eines Tages brachte die Kunstlehrerin ein großes, weißes Poster an. Es war für das Schultheater. Auf ihm stand "THE BIG SHOW" in großen Buchstaben. Es war sehr schlicht. Vera betrachtete es. Sie hatte eine Idee. In dieser Nacht, als der Raum leer war, konzentrierte sich Vera. Sie konnte sich nicht bewegen, aber sie konnte... inspirieren. Ein kleiner Gecko lebte in dem Raum. Er ging gerne an den Wänden entlang. Der Gecko ging in der Nähe von Vera. Klick, klick machten seine winzigen Zehen. Der Gecko ging direkt auf das große, weiße Poster. Er hinterließ einen winzigen, staubigen Fußabdruck. Dann noch einen. Die Fußabdrücke bildeten eine Spur. Sie führten von der unteren Ecke des Posters bis zum Buchstaben "B" in "BIG". Am Morgen sah die Kunstlehrerin es. "Hä", sagte sie. Sie betrachtete die Gecko-Abdrücke. Sie betrachtete Vera, den grünen Klecks in der Nähe. Sie lächelte. Sie holte ihre Farben heraus. Sie verwandelte die Gecko-Fußabdrücke in eine kleine Ranke. Sie verwandelte Vera, den grünen Klecks, in ein perfektes, grünes Blatt auf dieser Ranke! Die Ranke kräuselte sich um die Worte "THE BIG SHOW". Sie machte das Poster wunderschön! Vera war begeistert. Sie war jetzt Teil der Kunst! Sie war ein Blatt! Sie hatte einen Zweck. Das Poster hing wochenlang in der Halle. Jeder bewunderte es. Dann war das Stück vorbei. Die Lehrerin nahm das Poster ab. Aber sie warf es nicht weg. Sie schnitt den Teil mit der grünen Blattranke aus und steckte ihn in einen kleinen Rahmen. Sie hängte ihn im Kunstraum auf. Jetzt lebte Vera, der Farbfleck, in einem Rahmen. Sie war ein dauerhaftes Kunstwerk. Die Wendung? Jede Nacht ging der Gecko vorbei und tippte mit seiner Zehe auf das Glas, als wollte er Hallo sagen. Vera saß in ihrem Rahmen, ein wunderschönes, grünes Blatt, und beobachtete, wie der Mond durch das Fenster des Kunstraums schien. Sie war nicht länger ein schmutziger Unfall. Sie war ein Meisterwerk. Und in dem ruhigen, dunklen Raum war sie perfekt, glücklich sauber und still.

