Suchst du nach gruseligen Gute-Nacht-Geschichten, die ein kleines Schaudern auslösen, aber mit einem breiten Lächeln enden? Die besten sind nicht wirklich gruselig. Sie handeln von freundlichen Geistern, die sich nicht erschrecken können, tollpatschigen Skeletten und Monstern, die eher schüchtern als furchterregend sind. Es sind lustige Gute-Nacht-Geschichten in einem gruseligen Kostüm. Hier sind drei neue Geschichten, die perfekt gruselig sind – was so viel heißt wie: überhaupt nicht gruselig. Es sind schnelle, alberne Abenteuer, die auf die gemütlichste, ruhigste Art und Weise enden, perfekt zum Einschlafen. Also, mach dich bereit für gruselige Gute-Nacht-Geschichten, bei denen es nur um Lachen und Herz geht.
Geschichte eins: Der Geist, der nicht „Bu!“ sagen konnte
Auf einem gemütlichen, alten Dachboden lebte ein Geist namens Gibbons. Gibbons war ein sehr netter Geist. Er war durchsichtig und perlweiß. Er liebte es, durch Wände zu schweben und die Vorhänge wehen zu lassen. Aber Gibbons hatte ein Problem. Er konnte nicht „Bu!“ sagen. Jedes Mal, wenn er es versuchte, kam es falsch heraus.
Er schwebte hinter einem Stuhl, wartete, bis der kleine Junge Sam vorbeiging, und sprang dann heraus. „Bu!“, versuchte er zu schreien. Aber es kam immer als ein höfliches „Hust?“ oder ein sanftes „Hallo?“ heraus. Einmal kam es sogar als ein quietschiges „Gesundheit!“ heraus.
Die anderen Dachbodenbewohner taten ihm leid. „Gibbons“, sagte eine weise alte Spinne, „vielleicht bist du kein ‚Bu‘-Geist. Vielleicht bist du eine andere Art von Geist.“
Gibbons war traurig. Er wollte einfach nur traditionelle Geisterdinge tun. In einer stürmischen Nacht las Sam in seinem Zimmer. Der Wind heulte. Whooooo! Die perfekte gruselige Atmosphäre! Gibbons sah seine Chance. Er schwebte durch die Decke, zielte auf einen Platz hinter Sams Spielzeugkiste. Dieses Mal würde er es schaffen! Er würde „Bu!“ schreien und vielleicht sogar eine Kette rasseln lassen!
Er atmete tief, geisterhaft ein. Er öffnete seinen Mund weit. In diesem Moment ließ der Wind draußen einen Ast eines Baumes gegen das Fenster klopfen. Sam zuckte zusammen. Er hatte schon ein bisschen Angst! Gibbons, erschrocken durch Sams Sprung, stieß seinen geisterhaften Schrei aus. Anstelle von „Bu!“ war es ein hohes „Eep!“
Sam drehte sich um. Er sah den kleinen perlweißen Geist, der genauso überrascht aussah wie er selbst. Sam starrte. Gibbons starrte zurück und schwebte nervös. Dann tat Sam etwas Unerwartetes. Er lachte. „Du hast ‚Eep‘ gesagt!“, kicherte er. „Das ist ein lustiger Geisterton.“
Gibbons schwebte auf den Boden. Er war verlegen. Aber Sam hatte keine Angst. Er lachte! Sam streckte eine Hand aus. Gibbons ließ widerwillig Sams Finger durch seine kühle, neblige Gestalt gleiten. „Das kitzelt!“, sagte Sam. Von dieser Nacht an war Gibbons Sams heimlicher Freund. Er sagte nicht „Bu“. Er sagte „Eep!“, wenn er überrascht war, und „Hust“, wenn er Aufmerksamkeit wollte. Er war der höflichste, leiseste Geist der Welt, und er war perfekt, so wie er war. Der Sturm zog vorüber, das Zimmer war warm, und der Geist, der sich nicht erschrecken konnte, trieb zufrieden in der Ecke und wachte bis zum Morgen über seinen Freund.
Geschichte zwei: Das Skelett, das gerne strickte
Im Keller der Bibliothek, hinter einigen sehr alten Enzyklopädien, lebte ein Skelett namens Bonesley. Bonesley war nicht gruselig. Er war ordentlich. Er mochte seine Knochen poliert und in Ordnung. Aber er war auch sehr, sehr gelangweilt. Eines Tages fand er einen vergessenen Strickkorb. Es gab glänzende Nadeln und weiches, farbenfrohes Garn.
Bonesley war fasziniert. Er nahm die Nadeln. Klick-klack. Klick-klack. Seine knochigen Finger waren perfekt zum Stricken! Er brauchte keine Haut, die im Weg war. Er brachte es sich selbst aus einem alten Buch bei. Er strickte einen langen, gestreiften Schal. Dann strickte er eine winzige Mütze. Er war ein ausgezeichneter Stricker!
Das Problem war, dass er niemandem seine Kreationen geben konnte. Er war ein Kellerskelett. Eines kühlen Herbstabends kam die Bibliothekskatze, eine flauschige Schildpattkatze namens Pages, in den Keller, um sich am warmen Ofen auszuruhen. Pages sah Bonesley, wie er vor sich hinklickte. Sie sah auch den weichen Wollschal.
Pages liebte weiche Dinge. Sie tappte schnurrend herüber und rieb sich an dem Schal. Dann kletterte sie direkt in Bonesleys Schoß – oder besser gesagt, in den Raum, wo ein Schoß sein sollte – und ließ sich auf dem Knäuel nieder. Bonesley erstarrte. Seine Nadeln stoppten. Klick-klack… Die Katze war warm und schwer. Sie begann zu schnurren, ein lautes Grollen, das direkt durch seinen Brustkorb vibrierte.
Bonesley blickte hinunter. Die Katze schlief auf seinem Garn, verheddert in seinem halbfertigen Fäustling. Das war nicht gruselig. Das war… gemütlich. Vorsichtig, um Pages nicht zu wecken, ging Bonesley zurück zum Stricken. Klick-klack. Purrrrr. Klick-klack. Purrrrr. Er beendete den Fäustling mit der Katze auf seinem Schoß. Er strickte eine ganze Decke um sie herum. Pages war die glücklichste, wärmste Katze der Welt.
Die Bibliothekarin fand sie am nächsten Morgen. „Pages!“, sagte sie. „Und… oh mein Gott.“ Sie sah das Skelett, das Stricken und die glückselige Katze. Sie lächelte. „Nun, ich sehe, du hast einen Freund gefunden, Pages.“ Sie legte ein neues Knäuel Garn auf den Tisch für Bonesley. Jetzt ist Bonesley kein gruseliges Kellergeheimnis mehr. Er ist der inoffizielle Nachtstricker der Bibliothek. Das Gruseligste an ihm ist, wenn er versehentlich eine Masche fallen lässt. Pages schläft jede Nacht auf seinem Garn, und die einzigen Geräusche sind das Klick-klack der Nadeln und ein sanftes, grollendes Schnurren. Das gruselige Skelett hatte seinen Zweck gefunden, und er war wunderbar warm.
Geschichte drei: Das Monster in der Sockenlade
Milo wusste, dass ein Monster in seiner Sockenlade war. Er hörte es nachts. Ein sanftes Rascheln-Rascheln. Ein kleiner Schlag. Es war kein lautes, brüllendes Monster. Es war ein leises, fummelndes Monster. Milo nannte es Fumble.
Eines Nachts beschloss Milo, mutig zu sein. Er schlich zum Schrank. Langsam, langsam zog er die Sockenlade auf. Knarren. Er spähte hinein. Es war dunkel. Dann öffneten sich zwei große, runde, gelbe Augen. Es waren keine gruseligen Augen. Sie waren traurig und nervös.
„Hallo?“, flüsterte Milo. Die Augen blinzelten. Ein kleines, pelziges, blaues Wesen mit sechs Beinen huschte ins Licht. Es hielt eine von Milos gestreiften Socken. Es sah verlegen aus. „Bist du… Fumble?“, fragte Milo. Das Wesen nickte. Es hielt die Socke hoch. Einer seiner sechs Füße steckte in der Spitze fest. Rascheln-Rascheln. Es hatte versucht, die Socke von seinem Fuß zu bekommen, sie aber nicht zu essen! Milo griff hinein und half sanft dabei, die Socke zu entwirren. Fumble stieß einen erleichterten Seufzer aus, der sich wie ein entweichender Ballon anhörte. Pfffft. „Warum bist du in meiner Sockenlade?“, fragte Milo. Fumble zeigte mit einer Klaue auf die lose Socke. Dann zeigte es auf seine eigenen nackten Füße. Drei Paare davon. Es war kalt! Es war gekommen, um nach Socken zum Anziehen zu suchen, hatte sich verheddert und war zu schüchtern, um zu gehen. Milo hatte kein gruseliges Monster. Er hatte ein kaltes Monster mit Sockenproblemen. Er ging zu seinem Schrank und fand einen alten, weichen Hut. Er schnitt kleine Löcher hinein für Fumbles Beine. „Versuch das mal“, sagte er. Fumble wackelte in den Hut. Es war ein perfekter, gemütlicher Pullover! Fumbles Augen leuchteten vor Glück. Es machte einen kleinen, sechsbeinigen Freudentanz.
Jetzt lebt Fumble nicht mehr in der Sockenlade. Es hat eine kleine Kiste unter Milos Bett mit dem Hut-Pullover. Manchmal hört Milo nachts ein fröhliches kleines Rascheln-Huschen, wenn Fumble tanzt. Es ist kein gruseliger Klang. Es ist der Klang eines Freundes, der endlich warm ist. Das Zimmer ist dunkel, das Monster ist kuschelig, und Milo schläft friedlich, in dem Wissen, dass das Gruseligste in seinem Zimmer nur ein wenig Hilfe beim Anziehen brauchte.
Wir hoffen, diese gruseligen Gute-Nacht-Geschichten haben dir gefallen. Die besten sind diejenigen, die Angst in Freundschaft verwandeln und ein gruseliges Geräusch in ein albernes Geheimnis. Das Teilen lustiger Gute-Nacht-Geschichten mit einem gruseligen Twist ist eine wunderbare Möglichkeit, die Schatten wegzulachen und den Tag mit einem Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu beenden. Wenn du also heute Abend ein Rascheln hörst, ist es vielleicht nur ein Freund, der nach einer Socke sucht. Träum süß.

