Die Geschichte des Sonnenlichts von Gary Soto - Giggle Poems

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Originalgedicht:

Hör zu, Neffe.
Als ich die Cantina um Mittag öffnete
Erstreckte sich ein Dreieck Sonnenlicht
Auf dem Boden
Wie ein Teppich
Wie eine müde Katze.
Es strömte herein
Durch das Fenster
Durch ein kleines Loch
In Form eines Gähnens.
Seltsam dachte ich
Und hielt meine Hand
Vor die Öffnung,
Aber das Sonnenlicht
Verschwand nicht.
Ich zog die Fensterläden zurück
Und der Raum leuchtete,
Aber diese Pyramide
Der Helligkeit
War einfach heller.
Das Sonnenlicht um sie herum
Schien schmutzig
Wie das Bettlaken
Eines Borracho.
Erstaunt schloss ich die Tür,
Schloss die Fenster.
Arbeiter, die von
Den Feldern kamen, klopften
Um hereingelassen zu werden,
Kinder schauten
Durch die Fensterläden,
Aber ich blieb still.
Ich schenkte ein Bier ein,
An einem Tisch
Mischte ein Kartenspiel
Und beobachtete es,
Wie es über den Boden schritt,
An der Wand hing
Wie ein Porträt
Wie ein Kalender
Ohne Zahlen.
Als eine Fliege sich
Im Sonnenlicht niederließ
Und verschwand
In einem Kranz aus Rauch,
Tipte ich sie mit dem Besen an,
Spuckte darauf.
Der Besen verschwand.
Der Speichel zischte.
Es ist die Wahrheit, Kleiner.
Ich stand Auge in Auge
Und durch Unglück
Kam dieser Finger
Dieser rosa Stumpf
Ins Sonnenlicht,
Brach ab
Mit einem trockenen Niesen,
Und fiel zu Boden
Als ein Geschenk
Für die Ameisen,
Die mich kennen
Für das, was ich gab.</p>

Gedicht Erklärung und Analyse

Dieses Gedicht ist eine lebendige und einfallsreiche Erzählung, die einen Moment voller surrealer und symbolischer Bilder einfängt. Der Sprecher beschreibt, wie er um Mittag die Cantina öffnet und ein Dreieck Sonnenlicht bemerkt, das sich auf dem Boden erstreckt und einem Teppich oder einer müden Katze ähnelt. Diese ungewöhnliche Form des Lichts, die durch ein kleines Loch in Form eines Gähnens strömt, schafft sofort eine geheimnisvolle und fast magische Atmosphäre. Das Sonnenlicht im Raum wird als Pyramide der Helligkeit beschrieben, heller als das umgebende Licht, das im Vergleich schmutzig oder befleckt erscheint.

Der Ton des Gedichts ändert sich, als der Sprecher die Tür abschließt und die Fenster schließt, sich von der Außenwelt isoliert, obwohl die Arbeiter und Kinder hereinkommen möchten. Dieser Akt des Ausschlusses der Außenwelt deutet auf ein Verlangen nach Einsamkeit oder Reflexion hin. Der Sprecher schenkt dann ein Bier ein und mischt alte Karten, während er beobachtet, wie das Sonnenlicht über den Boden wandert und an der Wand hängt wie ein Porträt oder ein Kalender ohne Zahlen – was ein Gefühl von Zeitlosigkeit und Nachdenken hervorruft.

Die surrealen Elemente setzen sich mit dem Bild einer Fliege fort, die in einem Kranz aus Rauch verschwindet, und der seltsamen Reaktion, als der Sprecher sie mit einem Besen antippt und darauf spuckt: der Besen verschwindet und der Speichel zischt. Dies verwischt die Grenze zwischen Realität und Fantasie und betont die mystische Qualität des Gedichts.

Der Höhepunkt kommt mit dem versehentlichen Abbrechen des Fingers des Sprechers, der als rosa Stumpf beschrieben wird, der zu Boden fällt als Geschenk für die Ameisen. Dieses letzte Bild ist sowohl schockierend als auch symbolisch und deutet auf Opfer, Verlust oder die Idee hin, etwas Persönliches der Natur oder der Welt zu geben.

Hintergrund und Autorenvorstellung

Dieses Gedicht ist charakteristisch für modernistische oder surrealistische Poesie, in der gewöhnliche Momente in außergewöhnliche Erfahrungen durch lebendige Bilder und symbolische Sprache verwandelt werden. Der Autor, dessen Identität hier nicht angegeben ist, schöpft wahrscheinlich aus persönlichen oder kulturellen Erfahrungen, um Themen wie Licht, Einsamkeit und die fragile Grenze zwischen Realität und Vorstellung zu erkunden.

Der Schauplatz des Gedichts in einer Cantina und die Anwesenheit von Arbeitern und Kindern deuten auf eine ländliche oder Kleinstadtumgebung hin, möglicherweise in einem spanischsprachigen Land, angesichts des Wortes "borracho" (was Betrunkener auf Spanisch bedeutet). Der Ton und die Bilder des Gedichts deuten auf Einflüsse der lateinamerikanischen Poesie hin, die oft das Alltagsleben mit magischem Realismus verbindet.

Reflexionen und Einsichten

Dieses Gedicht lädt uns ein, über die Natur der Wahrnehmung und der Realität nachzudenken. Die ungewöhnlichen Beschreibungen des Sonnenlichts und die surrealen Ereignisse fordern den Leser heraus, über das Literale hinauszusehen und die geheimnisvolle Schönheit in gewöhnlichen Momenten zu schätzen. Das Gedicht berührt auch Themen wie Isolation, Opfer und den Verlauf der Zeit.

Für Schüler und Kinder kann dieses Gedicht die Vorstellungskraft und kreatives Denken anregen. Es zeigt, wie einfache Beobachtungen – wie Sonnenlicht auf einem Boden – tiefes Nachdenken und Geschichtenerzählen inspirieren können. Das Gedicht führt auch die Idee ein, dass nicht alles, was wir erleben, klar ist; einige Dinge sind seltsam, magisch oder symbolisch.

Bildungswert und Lernpunkte

Aus diesem Gedicht können Schüler mehrere wichtige Lektionen lernen:

  • Bildsprache und Symbolik: Verstehen, wie Dichter lebendige Bilder und Symbole verwenden, um tiefere Bedeutungen zu vermitteln.
  • Kreative Interpretation: Offenheit in der Interpretation von Gedichten fördern, die keine klare oder wörtliche Bedeutung haben.
  • Kulturelles Bewusstsein: Die kulturellen Hinweise (wie das Wort "borracho") bemerken und ihre Bedeutung erkunden.
  • Sprachfähigkeiten: Den Wortschatz mit beschreibenden Wörtern und Phrasen erweitern und lernen, wie man Poesie visualisiert.
  • Emotionale Ausdruckskraft: Erkennen, wie Poesie komplexe Emotionen wie Einsamkeit, Staunen und Verlust ausdrücken kann.

Praktisch können Schüler diese Fähigkeiten beim Schreiben eigener Gedichte oder Geschichten anwenden, lernen, ihre Umgebung sorgfältig zu beobachten und ihre Gedanken kreativ auszudrücken. Das Gedicht dient auch als Erinnerung, die kleinen, oft übersehenen Details im täglichen Leben zu schätzen.

Leseverständnisübungen

  1. Welche Form hat das Sonnenlicht, als es in die Cantina eintritt?
    a) Ein Kreis
    b) Ein Dreieck
    c) Ein Quadrat
    d) Ein Rechteck

  2. Wie beschreibt der Sprecher das Sonnenlicht um die helle Pyramide des Lichts?
    a) Sauber und hell
    b) Befleckt wie ein Bettlaken
    c) Dunkel und düster
    d) Bunt und warm

  3. Was macht der Sprecher, nachdem er die Tür abgeschlossen und die Fenster geschlossen hat?
    a) Liest ein Buch
    b) Schenkt ein Bier ein und mischt Karten
    c) Geht nach draußen
    d) Ruft die Arbeiter herein

  4. Was passiert, als die Fliege sich im Sonnenlicht niederlässt?
    a) Sie verschwindet in einem Kranz aus Rauch
    b) Sie fliegt sofort weg
    c) Sie landet auf der Hand des Sprechers
    d) Sie beginnt zu singen

  5. Was ist das letzte Ereignis, das den Finger des Sprechers betrifft?
    a) Er heilt magisch
    b) Er bricht ab und fällt zu Boden
    c) Er leuchtet hell
    d) Er verschwindet spurlos

Antwortschlüssel

  1. b) Ein Dreieck
  2. b) Befleckt wie ein Bettlaken
  3. b) Schenkt ein Bier ein und mischt Karten
  4. a) Sie verschwindet in einem Kranz aus Rauch
  5. b) Er bricht ab und fällt zu Boden